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Zahnarztpraxis Bühner

„Gold im Mund“ für Welthunger-hilfe

„Gold im Mund“ für Welthungerhilfe

Stand 10.02.2026

Zahngold: Lohrer Zahnarztpraxis Christoph Bühner spendet über 11.500 Euro an Aktionsgruppe »Lohr hilft«

LOHR. »Gold im Mund« von rund 200 Männern und Frauen, die in der Lohrer Zahnarztpraxis behandelt wurden, verhelfen der Welthungerhilfe zu einer Spende von 11.500 Euro. Cornelia Völker und Christa Seitz waren dieser Tage von der Spendenhöhe überwältigt bei der Übergabe in der Praxis in der Ludwigstraße. Völker sprach von einem doppelten Neustart. Nach der Praxisübergabe vom Vater auf den Sohn habe Christoph Bühner entschieden, die Welthungerhilfe zu unterstützen.

Tradition wird fortgesetzt

Fortgesetzt wird damit auch eine Tradition. Denn schon in der Vergangenheit hat die traditionsreiche Praxis Bühner aus dem Erlös beispielsweise Pater Eckart Höfling in Brasilien oder die Kinderhilfe Tansania von Werner Friedel mit Spenden bedacht.

Die Aktionsgruppe »Lohr hilft« der Welthungerhilfe als Nachfolgerin der Lohrer Hausfrauen dankt besonders auch allen Spendern, die auf den Erlös aus dem Zahngold verzichtet haben. Über 67.000 Euro hat die neue Gruppe in den vergangenen drei Jahren zusammen bekommen. Noch nie sei eine Praxis dabei gewesen. »Vielleicht macht es ja Schule«, sagte Völker. Sie machte auch schon auf das im Oktober geplante Benefiz-Orgelkonzert von Alfons Meusert in der Lohrer Stadtpfarrkirche St. Michael aufmerksam.

Zahnarzt Christoph Bühner wies darauf hin, dass normalerweise drei bis vier Prozent des aktuellen Wertes als Scheidegeld bei der Aufbereitung des Zahngoldes von der Scheideanstalt verlangt wird. Da der Erlös aber einem sozialen Zweck zugeführt wird, habe die von ihm beauftragte Firma darauf verzichtet. Das Zahngold für Kronen und Inlays wird aktuell von den Zahnärzten nicht mehr so häufig verwendet. Vater und Sohn Bühner schätzten als Anteil derzeit rund fünf Prozent.

Gestiegener Goldpreis

Die hohe Spendensumme sei auch deshalb im Jahr 2025 zusammen gekommen, weil der Goldpreis um rund 60 Prozent gestiegen ist. Der Kreis der Patienten, die auf ihr »Gold im Mund« verzichteten, stammt überwiegend aus der älteren Generation, als die Ärzte das Edelmetall häufiger einsetzten.

Zahngold wird primär durch Schmelzprozesse in Scheideanstalten von Keramik- und Zahnresten getrennt. Zunächst erfolgt eine Reinigung, oft verbunden mit einer Röntgenfluoreszenz-Analyse zur genauen Wertbestimmung. Durch Einschmelzen bei über 1200 Grad Celsius werden Edelmetalle von unedlen Bestandteilen getrennt und zu homogenen Barren für die Analyse verarbeitet. Der Wert wird dann nach dem aktuell geltenden Kurs berechnet.

Übrigens wird Zahngold nach dem Tod entweder mit dem Verstorbenen beigesetzt (Erdbestattung) oder bei der Kremation ausgeschmolzen. Bei Einäscherungen wird das Metall oft von der Asche getrennt, wobei es rechtlich den Erben zusteht, in der Praxis aber häufig für wohltätige Zwecke gespendet oder zur Finanzierung des Krematoriums verkauft wird.